Das Geheimnis der offenen Hände
Hast du schon einmal versucht, etwas festzuhalten und gleichzeitig etwas Neues zu empfangen? Das funktioniert physisch kaum – und seelisch genauso wenig.
Wenn wir das Gefühl haben, die Kontrolle über alles behalten zu müssen, krampfen wir innerlich schnell an. Wir halten Sorgen, Pläne und Erwartungen mit beiden Händen fest, aus Angst, dass sonst alles auseinanderfällt. Doch mit verkrampften Fäusten lässt es sich nur schwer durchatmen.
Was geschieht, wenn du loslässt?
Loslassen bedeutet nicht, dass dir alles egal ist oder du aufgibst. Es bedeutet einfach, zu erkennen: Ich kann nicht alles tragen, und ich muss es auch gar nicht.
In der Bibel gibt es eine Einladung, die genau diese Haltung beschreibt:
„Überlasst Gott all eure Sorgen, denn er sorgt sich um euch.“
— 1. Petrus 5,7
Das griechische Wort, das an dieser Stelle für „überlassen“ steht, bedeutet wörtlich so viel wie „daraufwerfen“ oder „hinlegen“. Du musst deine Anliegen nicht vorsichtig drapieren – du darfst sie Gott einfach hinhalten und ihm übergeben.
Ein kleiner Impuls für deinen Tag
Fäuste öffnen: Setz dich für einen kurzen Moment hin, lege deine Hände mit den Handflächen nach oben auf deine Oberschenkel. Spüre, wie sich dabei deine Schultern entspannen.
Was darfst du abgeben? Benenne gedanklich eine Sache, die dich gerade beschäftigt, und stelle dir vor, wie du sie in diese offenen Hände legst.
Ein kurzes Gebet für den Tag
Guter Gott,
du siehst, was ich heute mit mir herumtrage – die kleinen Aufgaben und die großen Gedanken.
Ich öffne meine Hände vor dir und gebe dir ab, was mich beschwert. Danke, dass du dich um mich kümmerst und ich mich nicht an der Kontrolle festklammern muss. Schenke mir heute ein leichtes Herz und das Vertrauen, dass du alles gut führst.
Amen.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen