Du musst nicht fertig sein, um anzufangen
Wie oft warten wir auf den „perfekten Moment“? Wir reden uns ein, dass wir erst ruhiger, gelassener oder im Glauben gefestigter sein müssen, bevor wir den nächsten Schritt gehen können. Erst wenn die Sorgen verflogen sind, erst wenn alles sortiert ist...
Doch das Leben passiert selten im perfekten Zustand. Und Gott wartet nicht darauf, dass wir eine aufgeräumte Version unserer selbst sind.
Ein Schritt mitten im Durcheinander
Im Markusevangelium begegnet uns ein Mann, der in einer völlig überfordernden Situation steckt. Er wünscht sich Hilfe für sein Kind, spürt aber gleichzeitig Zweifel in sich. Als Jesus ihn fragt, ob er glauben kann, antwortet er erstaunlich ehrlich:
„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“
— Markus 9,24
Diese Worte sind so heilsam. Der Mann wartet nicht, bis sein Glaube lückenlos und stark ist. Er bringt genau das mit, was im Moment da ist: ein kleines Bissen Vertrauen, gemischt mit vielen Fragen. Und genau das reicht.
Was das für deinen Tag bedeutet
Gott verlangt von dir keine fertigen Ergebnisse, sondern einfach ein offenes Herz. Du darfst unfertig sein. Du darfst mit all deinen Unsicherheiten zu ihm kommen.
Der erste Schritt darf klein sein: Du musst heute nicht das ganze Buch lesen, eine Seite reicht. Du musst kein perfektes Gebet formulieren; ein tiefes Durchatmen und ein stummes „Hilf mir“ genügen.
Kein Leistungsdruck: Deine Beziehung zu Gott ist kein Projekt, das du abliefern musst. Sie ist ein Raum, in dem du einfach da sein darfst.
Ein kurzes Gebet für den Tag
Guter Gott,
danke, dass ich bei dir nicht so tun muss, als hätte ich alles im Griff.
Du siehst mein Wollen, aber auch meine Zweifel und meine Müdigkeit. Hilf mir zu vertrauen, dass mein kleines „Ja“ heute ausreicht. Nimm meine Unvollkommenheit und schenke mir deinen Frieden für den nächsten, ganz kleinen Schritt.
Amen.

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