Was wäre, wenn Liebe wirklich dein Kompass für alles ist?

 


Stell dir vor, du wachst morgens auf und bevor dein Fuß den Boden berührt, triffst du eine Entscheidung: Egal, was heute passiert – ich lasse mich von der Liebe leiten.

Das klingt im ersten Moment wunderschön, fast schon wie eine Filmszene mit sanfter Hintergrundmusik. Aber seien wir ehrlich: Spätestens, wenn die Kaffeemaschine streikt, der Bus vor der Nase wegfährt oder jemand im Alltag unhöflich zu uns ist, fühlt sich dieser Vorsatz verdammt schwer an.

Im Neuen Testament gibt es eine Stelle, die kurz, knapp und extrem direkt ist:


„Alles, was ihr tut, soll von der Liebe bestimmt sein.“

1. Korinther 16,14 (Hoffnung für Alle)


Ein einziger Satz. Kein „falls dir danach ist“, kein „wenn der andere nett zu dir war“. Einfach: Alles.

Liebe ist kein Gefühl, sondern eine Haltung

Oft verwechseln wir Liebe mit einem warmen Gefühl im Bauch. Aber Gefühle kommen und gehen wie das Wetter. Wenn Gott uns auffordert, alles in Liebe zu tun, geht es nicht darum, dauerhaft mit einem Dauergrinsen durch die Welt zu laufen oder negative Emotionen herunterzuschlucken.

Es geht um eine Entscheidung. Eine Haltung, die fragt:

 Wie kann ich auf diesen schwierigen Satz reagieren, ohne Öl ins Feuer zu gießen?

 Wie kann ich jemandem begegnen, der einen schlechten Tag hat – vielleicht mit etwas mehr Nachsicht?

 Und vor allem: Wie spreche ich eigentlich mit mir selbst, wenn ich wieder einen Fehler gemacht habe?

Denn auch das gehört dazu: Sich selbst mit Liebe und Vergebung zu begegnen, wenn man mal nicht perfekt funktioniert hat.

Die kleinen Dinge zählen

Die großen Taten der Liebe sind selten. Niemand von uns muss jeden Tag die Welt retten. Aber die kleinen Entscheidungen stehen uns täglich bevor:

 Der Person im Supermarkt den Vortritt zu lassen.

 Nachzufragen, wie es dem Arbeitskollegen wirklich geht.

 Das Handy mal wegzulegen und jemandem ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

Gott verlangt nicht von dir, dass du aus eigener Kraft perfekt liebst. Wir können nur das weitergeben, was wir selbst bekommen haben. Wenn du merkst, dass deine Geduld am Ende ist, darfst du genau damit zu Gott kommen und sagen: „Ich schaffe das gerade nicht alleine. Gib du mir deine Liebe für diese Situation.“





Ein kleines Gebet für deinen Tag

„Guter Gott,

du weißt, wie oft es mir schwerfällt, liebevoll zu bleiben – besonders dann, wenn es stressig wird oder Menschen mich herausfordern.

Danke, dass deine Liebe zu mir nie aufhört und nicht von meiner Leistung abhängt.

Bitte fülle mein Herz heute neu mit deiner Freundlichkeit und Geduld. Hilf mir, in den kleinen und großen Momenten mit deinen Augen zu sehen und mein Handeln von deiner Liebe leiten zu lassen.

Amen.“




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