Wenn das Chaos überhandnimmt – Wo finde ich Gott, wenn alles laut ist?

 


Hand aufs Herz: Kennst du diese Tage, an denen die Lautstärkepegel im Haus die 100-Dezibel-Marke sprengen? Spielzeug unter den Füßen, drei Leute wollen gleichzeitig was von dir, und der Kaffee ist schon wieder kalt, bevor du den ersten Schluck nehmen konntest. In solchen Momenten fühlt sich „Stille Zeit mit Gott“ an wie ein ferner Traum.

Man denkt oft, man müsste sich in ein Kloster zurückziehen, um Gott zu finden. Aber das Gegenteil ist der Fall – Gott ist kein Gott, der nur im leisen Kämmerlein wohnt. Er ist genau da, wo das Leben tobt.

Der berühmteste „Stille-Vers“ der Bibel hilft uns da weiter:

„Seid still und erkennt, dass ich Gott bin!“ — Psalm 46,11 (HFA)

Stille ist nicht das Fehlen von Lärm

Wenn die Bibel sagt „Seid still“, dann meint sie nicht unbedingt, dass das Haus plötzlich mucksmäuschenstill sein muss (was bei drei Wirbelwinden auch eher unrealistisch wäre).

„Still sein“ bedeutet hier eher: Ein innerer Halt. Ein Moment, in dem wir kurz innehalten und sagen: „Okay, das Chaos hier draußen ist real. Aber mein innerer Frieden hängt nicht von meinem Aufräum-Status ab, sondern von dem, der alles hält.“

3 Tipps, um Gott im Lärm zu finden

  • Der „Gott-Moment“ zwischendurch: Du musst nicht eine Stunde meditieren. Ein bewusster Atemzug, während du den Wäschekorb leerst, und ein kurzes „Danke, dass du jetzt gerade bei mir bist“, reicht völlig.

  • Wahrnehmung ändern: Gott ist nicht nur in der Kirche. Er ist in dem Lachen deiner Kinder, in der Tatsache, dass du das Chaos heute schon irgendwie überlebt hast, und in der Geduld, die dir manchmal aus dem Nichts geschenkt wird.

  • Ehrlichkeit vor Perfektion: Gott will nicht, dass wir ihm eine heile Welt vorgaukeln. Er liebt es, wenn wir sagen: „Herr, ich bin heute echt am Ende mit meinem Latein. Bitte übernimm du das Ruder.“



Kurzes Gebet für den Alltag

Wenn die Lautstärke einfach zu viel wird:

Gott, danke, dass du nicht nur in der Stille bist, sondern auch hier in meinem „Chaos“. Mein Kopf ist voll, und die Ohren klingeln. Hilf mir, für einen Moment innerlich still zu werden, auch wenn es draußen laut ist. Danke, dass ich weiß: Du bist bei mir – egal, wie unaufgeräumt mein Tag gerade ist. Amen.

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