Der Sonnengesang des Lebens: Was Franziskus von Assisi uns heute zu sagen hat
Wenn wir im Oktober durch die Natur streifen, die bunten Blätter sehen und die klare Herbstluft atmen, sind wir oft wie verzaubert von der Schönheit der Schöpfung. Es ist genau die richtige Zeit, um an einen der faszinierendsten Heiligen der Kirchengeschichte zu erinnern: Franziskus von Assisi.
Vor über 800 Jahren gab dieser Mann allen Luxus auf, um in radikaler Armut und tiefer Verbundenheit mit Gott zu leben. Was von ihm geblieben ist, ist weit mehr als eine historische Fußnote. Sein berühmter „Sonnengesang“ ist ein hymnisches Loblied auf die Schöpfung – und ein echter Weckruf für unseren gestressten Alltag.
Bruder Sonne und Schwester Mond
Franziskus hatte einen Blick für die Welt, der uns heute fast verloren gegangen ist. Er nannte die Elemente nicht kalt und sachlich „Natur“, sondern sprach von „Bruder Sonne“, „Schwester Mond“, „Mutter Erde“ und sogar von „Schwester Tod“.
Für ihn war die gesamte Schöpfung ein riesiges, sichtbares Echo der Liebe Gottes. Jedes Tier, jeder Baum, jeder Wassertropfen erzählte ihm etwas vom Schöpfer.
Wie oft gehen wir heute durch die Welt? Wir starren auf unsere Smartphones, hetzen zum nächsten Termin und nehmen die Wunder um uns herum gar nicht mehr wahr. Die Schöpfung ist für uns oft nur noch eine Kulisse, die zu funktionieren hat.
Die Kunst des Staunens neu lernen
Franziskus lädt uns ein, den Blick zu heben und das Staunen wiederzuentdecken. Wer staunen kann, verlernt das Meckern. Wer die Schönheit und die Verletzlichkeit der Welt sieht, geht achtsamer mit ihr und mit seinen Mitmenschen um.
Probiere heute mal einen ganz kleinen Franziskus-Moment aus:
Geh eine Runde nach draußen – ganz ohne Kopfhörer im Ohr.
Suche dir eine Kleinigkeit (eine Blüte, die trotz des Herbstes noch blüht, einen Vogel, der singt, oder einfach den Wind auf der Haut).
Schicke ein kurzes, stummes Loblied zum Himmel: „Danke, Gott, dass du diese Welt so wunderschön gemacht hast.“
Manchmal reicht ein einziger Moment des echten Staunens, um das innere Chaos des Tages komplett in den Hintergrund zu drängen.
Ein Gebet in den Schritten des Franziskus
Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein ist das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen. Danke für diese wunderbare Welt, für den Duft des Herbstes, für das Licht der Sonne und für das Leben, das du uns schenkst.
Vergib mir, wenn ich oft so blind und undankbar durch deine Schöpfung gehe. Schenk mir die kindliche Freude und das tiefe Staunen des heiligen Franziskus. Mach mich zu einem achtsamen Hüter deiner Erde und zu einem Boten deines Friedens.
Amen.
💬 Wann hast du das letzte Mal ganz bewusst innegehalten, um über ein Wunder der Natur zu staunen? Welches Tier oder welcher Ort in der Natur schenkt dir sofort inneren Frieden? Schreib es mir in die Kommentare!

Kommentare
Kommentar veröffentlichen